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Hunger verstehen

Wie viel Wahrheit ist darin verborgen in der Behauptung dass wer satt ist, nie einen hungernden verstehen wird? Zu aller erst sollte sich jeder, der diese Frage liest, einmal selber stellen ob er weiß wie sich wahrhaftiger Hunger eigentlich anfühlt.

Was heißt eigentlich Hunger oder Hunger haben?

Um es kurz in ein paar Worte zu fassen: Hunger ist eine unangenehme körperliche Empfindung, die Menschen und Tiere dazu veranlasst, Nahrung aufzunehmen. Die biologische Funktion dieses Reizes besteht darin, die ausreichende Versorgung des Organismus mit Nährstoffen und Energie sicherzustellen.

Also ist Hunger haben ein natürlicher Prozess der anzeigt Nahrung aufnehmen zu müssen, das der Organismus eines lebenden Wesens durch einen Schwächezustand nicht zugrunde geht.

Wenn man das so liest, ist einem hungerndem Wesen recht egal was diese Definition bedeutet wenn es Hunger hat, da der sogenannte innere Instinkt diese beim Hungergefühl antreibt entsprechende Nahrung aufzunehmen, sei es nun im ausreichenden Mengen vorhanden oder nicht. Dies ist eigentlich beim Menschen im Vergleich zu den Tieren tagtäglich im Gefühl in der gewissen Masse anders ausgeprägt, zumal im Zustand des Hungers es bei den Tieren auch Unterschiede gibt.

Die Wissenschaft ist erst soweit zu behaupten, dass das menschliche Gehirn im Laufe der Entwicklung so veranlagt wurde, dass das Essverhalten und die Angst vor dem Hungergefühl dem Anlegen von Energiereserven für Notzeiten entspricht. Damit sind die Bevorzugung kalorienreicher Nahrung und übermäßiges Essen bei reichhaltiger Nahrungsmenge bereits dem Menschen oder manch einem Tier angeboren.

Um weiter zu verstehen was es bedeutet Hunger zu haben, ist das bei stark reduzierter Nahrungszufuhr oder völligem Nahrungsentzug der Körper schon nach einem Tag auf einen anderen Stoffwechsel umschaltet. Das bedeutet, dass der Körper den Energieverbrauch stark senkt, was unter anderem dazu führt, dass der Blutkreislauf langsamer arbeitet und die Körpertemperatur etwas absinkt. Er gewinnt die nötige Energie zunächst aus den vorhandenen Energiereserven des Körpers und danach aus dem Fett der Fettzellen. Nach einigen Tagen kommt auch zunehmend die Energiezufuhr aus dem körpereigenen Eiweiß, zudem es hierfür keine Depots gibt. Zudem beginnt auch die Muskelmasse abzunehmen. Was der Verlust der Muskelmasse bedeutet kann man im hohem Alter eines Menschen sehen. Es kann dies durchaus als eine Art aushungern des Körpers bedeuten, da im Alter weniger oder gar nichts mehr an Nahrungsmitteln eingenommen wird.

Bei längerfristigem Nahrungsentzug, das auch das extreme Fasten anbetrifft, kann damit auch der Herzmuskel geschädigt werden. Das Fettgewebe und auch anderes Körpergewebe können dadurch allmählich abgebaut werden. Letzten Endes führt der Verzicht auf Nahrung oder länger anhaltende Hungerzustände zum Hungertod.

In psychischer Hinsicht kann es bei Nahrungsentzug zu starken Stimmungsschwankungen, der Aggression, Depression, dem Rückgang des Sexualtriebes und zu etwaigen Schlafstörungen kommen.

Fasten hat für den Körper vergleichbar die dieselben Auswirkungen wie Hungern, jedoch entfällt dabei übermäßiger Stress, da der Nahrungsverzicht freiwillig, unter eigener oder angeleiteter Regie erfolgt.

Das kontrollierte Hungern ist als das Fasten sehr in Mode gekommen, zumal übermäßiges Fasten sehr oft als krankhafte Magersucht am Ende sich manifestieren kann.

Gegenwärtig, zumal die Zukunft anders aussehen kann, sind viele Menschen weltweit davon betroffen, Opfer einer Hungersnot zu werden und aus Nahrungsmittelmangel zu verhungern. Die Regionalen, aber auch staatliche Strukturen verhindern allzu oft diesem Zustand zu entrinnen. Die ungerechte wirtschaftlich globale Struktur ist dazu mitbeteiligt.

Im Umkehrschluss ließe sich zu anfangs die Frage gut von jedem einzelnen damit beantworten, ob den ein immer Satter einen Hungernden verstehen mag, indem der betroffene der zu Genüge hat, es eventuell in Betracht ziehen möge sich unter etwaiger Anleitung auf den Weg zum Hungern zu machen. Man kann sich dann vorstellen in welchem Masse die so immer Satten sich mit den Hungernden solidarisieren würden. Wäre doch mal ein Ansatz, den Hunger in der Welt nicht nur besser zu verstehen, sondern aus einer noch größeren gegenseitiger Solidarität und gerechterem wirtschaftlichem Umfeld, diesem nicht sein müssen Zustand, entgegenwirken zu können.

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